Als Gestalter sehen wir uns oft in der Rolle eines Anthropologen. Unsere Arbeit basiert auf der genauen Beobachtung der menschgemachten Umwelt, der Verhaltensmuster und Rituale. Sich ändernde Lebens- und Arbeitsweisen provozieren neue Fragen: Wie definiert man innerhalb einer gemeinsamen Umgebung individuelle Bereiche? Wie kommuniziert man und wie kann man sich zurückziehen? Die Entwicklung von neuen Werkzeugen muss diese Fragen beantworten können.
Die Mitglieder von Siebeneinhalb beschäftigen sich seit zwei Jahrzehnten mit der Entwicklung von Produkten für Lebens- und Arbeitswelten. Sie haben u. a. fuer Klienten wie Wilkhahn, Rosenthal, Pohlschroeder, Wasa, Expo2000, Kempinski, Schering und Herman Miller gearbeitet.
Die von uns bearbeiteten Projekte umfassen Produkt-, Interface und Kommunikationsdesign. Die Gemeinsamkeit: Jedes Projekt bietet die Herausforderung, ein Problem zu lösen. In dieser Beziehung sehen wir uns in der Tradition des Eames Office, das heute wohl Software entwickeln würde.
"Alles sollte so einfach wie möglich sein, aber nicht einfacher." Albert Einstein
Bei der anspruchsvollen Aufgabe Form und Funktion zu optimieren, besteht die Versuchung immer darin, einen der beide Aspekte zu vernachlässigen. Wir sind davon ueberzeugt, dass ein Designer die Aufgabe hat, die Komplexität eines Produktes anzuerkennen und an seiner kulturellen Integration zu arbeiten. So kann Design zwischen Technik und Kultur vermitteln.
Wir bestehen darauf, die meisten Prototypen und Modelle selbst zu bauen. Wir glauben, dass sie ein wichtiger Teil des Designprozesses sind. Papier ist geduldig. Nur Ideen, die einer Überprüfung in der Realitaet standgehalten haben, werden weiterentwickelt. Unsere besten Konzepte entstehen deswegen meist waehrend des Entwicklungsprozesses selbst. Um sicher zu gehen, dass wir wirklich die beste Lösung gefunden haben, werden alle Alternativen sorgfältig geprüft und ein Entwurf generierend weiterentwickelt. In der engen Zusammenarbeit mit unseren Klienten enstehen so erfolgreiche Produkte.
Gestalt und Handhabung entscheiden über die ästhetische Qualität eines Produktes. Ein nur schönes Produkt muss enttäuschen, wenn der visuelle Eindruck sich nicht durch eine Qualität im Gebrauch bestätigt.
Von allen Werkzeugen, die einem Designer zur Verfügung stehen, ist Geometrie das mächtigste. Ob effizienter Einsatz von Material, spezifische Materialeigenschaften oder bei der Entwicklung von statischen und dynamischen Konstruktionen überall spielt die Geometrie eine entscheidende Rolle. Eine Geometrie allerdings, die die primärgeometrischen Körper des Bauhauses weit hinter sich lässt. Die heute verfügbaren, digitalen Werkzeuge ermöglichen es uns, komplexe Objekte und Herstellungsprozesse zu beherrschen.
Guter Geschmack ist die Sammlung von ästhetischen Vorurteilen einer Kultur. Jeder wichtige Beitrag zum Design hat die Grenzen dieses Geschmacks überschritten, und damit nach einer gewissen Zeit diesen ästhetischen Rahmen neu definiert. Ein Designer sollte demnach keinen Geschmack haben.